Worauf kommt es bei der Wahl wirklich an?
Bei der Wahl entscheiden vier Dinge, nicht die Monatsgebühr allein: das Preismodell, Ihre Branche, wie Kunden Sie finden, und die Gesamtkosten im Betrieb. Betrachtet man diese vier zusammen, ist das scheinbar günstigste Angebot nicht immer das preiswerteste.
- Preismodell: Zahlen Sie eine feste Monatsgebühr oder eine Provision pro Buchung? Das dreht die Frage der Günstigkeit um, je nachdem wie viele Buchungen Sie haben.
- Branche: Manche Systeme sind für den Beauty- und Wellnessbereich gebaut, andere passen zu jeder Art von Terminbuchung.
- Woher die Kunden kommen: Kommen sie über Ihre eigene Seite und Google, oder wollen Sie auch auf dem Marktplatz des Systems sichtbar sein?
- Gesamtkosten: Neben der Monatsgebühr Kartengebühren, SMS und Provisionen. Daraus entsteht der echte Preis.
Monatsgebühr oder Provision? Zwei Preismodelle
Terminbuchungssysteme teilen sich grob in zwei Modelle: feste Monatsgebühr oder kostenlose Basisnutzung, bei der der Anbieter an Transaktions- oder Marktplatzprovisionen verdient. Keines ist automatisch günstiger, es hängt von Ihren Buchungszahlen ab und davon, woher die Kunden kommen.
Eine feste Monatsgebühr ist planbar: Sie kennen die Kosten im Voraus, unabhängig von der Zahl der Buchungen. Ein provisions- oder transaktionsbasiertes Modell ist in ruhigen Monaten günstig, wächst aber mit dem Volumen. Besonders das Marktplatz-Modell sollte man genau verstehen, denn seine Bedingungen können sich ändern: Timma erhöhte etwa seine Servicegebühr, worüber ein Teil der Unternehmer verärgert war.
Timma erhöht die Servicegebühr, ein Teil der Unternehmer war verärgert.Yle, 2025 · yle.fi
Die Lehre ist nicht, dass ein Modell schlecht wäre, sondern dass man das Preismodell vor der Bindung genau lesen sollte. Fragen Sie immer: Wie hoch sind die Gesamtkosten bei meiner typischen Buchungszahl, und kann sich der Preis unterwegs ändern?
Vello, Timma und Booksalon im Vergleich
Unten die drei in Finnland verbreitetsten Systeme nebeneinander: Preismodell, günstigste Stufe und typischer Nutzer. Die Zahlen stammen von den Preisseiten der Anbieter, Stand Juli 2026, prüfen Sie vor der Entscheidung immer den aktuellen Preis.
| System | Preismodell | Günstigste Stufe | Typischer Nutzer |
|---|---|---|---|
| Vello | Kostenlose Basisnutzung + Transaktionsgebühren | 0 €/Monat, Gebühren ab 0,9 % + 0,25 € / Transaktion | Vielseitige Nutzung, niedrige Einstiegshürde |
| Booksalon | Monatsgebühr (kostenloser Einstieg) | PRO 39 €/Monat (unbegrenzte Nutzer), Basic 20 €/Nutzer/Monat | Beauty- und Wellnessbranche, Kasse + Kartenterminal |
| Timma | Marktplatz + Provision | Provision auf über den Marktplatz gewonnene Kunden | Beautybranche, die im Timma-Verzeichnis sichtbar sein will |
Beachten Sie: 0 Euro Monatsgebühr bedeutet nicht null Gesamtkosten. Vellos Basisstufe ist kostenlos, aber der Anbieter verdient an Karten- und Transaktionsgebühren (ab 0,9 % + 0,25 € pro Transaktion) und etwa an SMS (0,08 € pro Stück). Bei Booksalon liegt die PRO-Stufe bei 39 €/Monat mit unbegrenzten Nutzern, SMS-Erinnerungen kosten 0,10 € pro Stück. Vello hat zusätzlich eine auf das Gesundheitswesen spezialisierte, Kanta-kompatible Stufe ab 48,90 €/Monat.
Für wen eignet sich welches System?
Kurze Antwort: Für den Beauty- und Wellnessbereich sind Booksalon und Timma stark, für vielseitige oder leichte Nutzung ist die kostenlose Stufe von Vello ein sicherer Einstieg. Unten genauer, je nachdem was Ihnen am wichtigsten ist.
- Sie wollen ohne Monatskosten starten: die kostenlose Stufe von Vello oder Booksalon. Sie zahlen erst, wenn Sie kostenpflichtige Funktionen wirklich nutzen.
- Sie sind im Beauty- oder Wellnessbereich und brauchen Kasse und Kartenterminal: Booksalon ist genau dafür gebaut, alle Werkzeuge in einem System.
- Sie wollen in einem vorhandenen Kundenstrom sichtbar sein: Timmas Marktplatz bringt neue Kunden, aber denken Sie an die Provision und daran, dass der Kunde Sie über den Marktplatz findet.
- Sie wollen die Kundenbeziehung ganz in eigener Hand behalten: wählen Sie ein System, dessen Buchungskalender Sie in Ihre eigene Website einbetten können, und lenken Sie den Traffic dorthin.
Bevor Sie unterschreiben, machen Sie sich eine Rechnung: Wie viele Buchungen haben Sie im Monat, und wie hoch sind die Gesamtkosten bei genau dieser Zahl? Vergleichen Sie diese Zahl, nicht die Monatsgebühr.
Terminbuchung und eigene Website: wessen Kunde?
Die wichtigste einzelne Entscheidung ist, ob die Buchung auf Ihrer eigenen Seite oder auf der Plattform eines anderen stattfindet. Ist der Buchungskalender in die eigene Website eingebettet, findet der Kunde Sie, bucht bei Ihnen, und die Kundenbeziehung bleibt auf Ihren Namen. Auf einem Marktplatz ist Sichtbarkeit einfach, aber die Beziehung zum Kunden bleibt teils im Besitz der Plattform.
Online-Terminbuchung ist längst keine Zusatzfunktion mehr, sondern eine Erwartung. Laut dem finnischen Statistikamt (Tilastokeskus) hatten etwa 56 % der Frauen und 47 % der Männer einen Arzttermin online gebucht, in jüngeren Altersgruppen ist der Anteil deutlich höher. Kunden erwarten also, den Termin selbst buchen zu können, wann es ihnen passt.
Die Nutzung gesundheitsbezogener Online-Dienste, darunter die Online-Terminbuchung, wächst schnell.Tilastokeskus, 2024 · stat.fi
In der Praxis bieten die meisten Systeme, auch Vello, Timma und Booksalon, einen einbettbaren Kalender oder Buchungslink. Ich baue Websites, in die das Buchungssystem als sichtbarer, einfacher Teil der Seite eingebunden wird, sodass das gewählte System dort funktioniert, wo Ihre Kunden ohnehin sind. Die Wahl des Systems selbst bleibt Ihre, und dieser Guide soll sie leichter machen.
Lauri Kesonen